SOHEYL NASSARY

08/2014

Da gibt es diesen einen Soheyl Nassary, den Menschen, den wir zu kennen glauben. Da gibt es aber auch den Musiker. Und es gibt den Designer. Den Bildermacher. Den Archivar. Und alle haben eines gemeinsam: sie kennen sich aus. Sie wissen, was sie tun.

Nassary hört, fühlt, riecht die Welt stellvertretend für uns, er denkt visuell, konzeptionell. Denn da draußen gibt es Dinge, die wir nicht sehen können, und um sie für uns erkennbar zu machen, brauchen wir Visionäre wie ihn, der uns die Zusammenhänge dieser Welt ersichtlich macht. Er schmiert uns dabei nicht ums Maul. Lieber mal anecken. Konsequenz zeigen.

Nonkonformismus und Kommerzialität sind keine Gegensätze mehr. Widersprüche. Nassary wird leicht missverstanden, weil er gerne missverstanden wird. Aber über diesen Umweg brechen beim Betrachten seiner Bilder und beim Hören seiner Musik unsere eigenen Grenzen.

Soheyl Nassary inszeniert sich selbst nach Belieben und mit großem ironischen Eifer als Gesamtkunstwerk: Kleidung, Mode, Musik, Bilder, Kunst: Leben. Alles wird dem Fetisch der Entgrenzung untergeordnet. Und bleibt dabei immer erkennbar und nachvollziehbar. Da weiß man doch, was man hat. Mindestens.

Guido Lucas
(BluNoise Records / Blubox Tonstudio)